This is not Disneyland!

Ich bin der König im Affenstaat / der größte Klettermax / Spring ohne Hast von Ast zu Ast / das ist für Sportler ein Klax / Ich würde lieber auch Mensch sein / und trollen durch die Stadt / So’n Mensch hat’s gut  / ich aber hab’ das Affenleben hier satt

Oh dubidu hubdiwui / ich wäre gern wie duhuhu / habdidubiduwau / Ich möchte geh’n wie du chi / steh’n wie du chu / duhuhu wibidibiduwua / du wirst schon seh’n uhu / schubididu / ein Affe kannkannkann / skubidubidubi / sein wie ein Mann / so ein mann wie duhuhu

King Lui (zum supercoolen Lied)

Buenas Díaz und hallo an die tapfer Ausharrenden im kalten spätsommerlichen Deutschland oder wie man hier sagen würde Alemania! Unsere erste Woche in Panama ist bereits um, und wir haben keinerlei Verluste zu beklagen. Nachdem wir uns nur schmerzlich und doch erleichIMG_0145tert von den langhaarigen Hippiesurfern trennen konnten, zog es uns in die Berge und um genauer zu sein nach Boquete! Boquete ist ein kleines, von Bergen umzingeltes, Dorf nahe des Vulkans Barú. Bereits bei der abendlichen Ankunft spüren wir, dass etwas anders ist. Es ist kühler, fast kalt, und zu allem Überdruss regnet es draußen in Strömen! Mit der Karte in der Hand waten Jakob und ich durch das Asphaltflussbett auf der Suche nach den ausgeschriebenen Hostels aus unserem Reiseführer! Eine viertel Stunde später kehren wir IMG_0153zwar ohne Informationen über irgendein Hostel aber mit den Taschen voll Wasser wieder zurück. Dann entdecken wir kurzerhand doch noch ein kleines Hostel und checken ein. Begrüßt werden wir von einem etwas verwirrten, älteren Herren mit schief sitzender Brille, der uns unsere Zimmer zeigt und direkt beginnt uns allerhand Informationen und Ausflugsziele zu nennen. An diesem Abend essen wir noch einen Burger, den dritten Abend in Folge, und schwören uns, ab sofort endlich mehr von dem einheimischen Essen zu probieren!

#1 Der Ruf des Quetzales

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf und informieren uns bei dem alten Herren über die beste Route, Taxipreise und mehr. „Il Sendiero de Foto 29.08.14 13 00 44los Quetzales“ („Der Pfad der Quetzales“), heißt unsere heutige Wanderroute durch den Regenwald Panamas! Wer oder Was sind die Quetzales?, schießt mir direkt die Frage durch den Kopf. Doch mehr dazu später. Mit ein paar Litern Wasser, Geld, ein paar Früchten, einer Kamera und einem Messer machen wir uns also auf den Weg dem Geheimnis der Quetzales auf den Grund zu gehen. Der alte Mann aus dem Hostel ruft uns noch nach „This is not Disneyland – you know?!“. Also nehmen wir auch noch diesen gut gemeinten Rat mit uns auf den Weg. Am Eingang des berühmtesten Tracking Pfades Panamas angekommen können wir uns vor IMG_0259Aufregung kaum noch zurückhalten. Die Sonne scheint, wir befinden uns auf zweitausend Höhenmetern und das altbekannte Hitzegefühl breitet sich über meinem Körper aus. Scherzhaft sage ich noch, hoffentlich regne es gleich als auch schon die ersten Tropfen vom Himmel plätschern sollen. Dies ist nur die erste einer Reihe von, von mir beschworenen, Vorhersagen, die gruseligerweise alle in Erfüllung gehen sollen. Wir wandern entlang an Lianen, riesigen Urwaldgiganten und reißenden Bergflüssen bis aus den vereinzelten Tropfen schließlich Eimer und letztendlich Wasserfälle werden, denen selbst unsere Regenjacken nicht mehr gewachsen sind. Nach einer Weile lässt der Regen nach und der Nebel lichtet sich ein wenig, woraufhin wir den Blick ein wenig über den Wald schweifen lassen können und ein paar Fotos schießen.

Irgendwann kristallisieren sich aus dem Schwall unsinniger Wörter, die aus meinem Munde kommen, einige klare Gedanken heraus und ich frage laut, wieso man denn gar keine Tiere hören könne. Als hätte der Wald nur auf diesen Satz gewartet, beginnt plötzlich ein ungeheuerliches IMG_0256Schreien. War das nun etwa ein Quetzales? Oder etwa doch die große Katze, die der alte Mann im Hostel in einem Nebensatz erwähnte? Wir werden es nie erfahren. Nach einer hoffnungslosen letzten Stunde, wir sind bereits vier Stunden gewandert, ohne den blassen Schimmer ob richtig oder falsch, erreichen wir schließlich das Ende des Pfades! Später erfahren wir, dass wir am besten einen Guide mitgenommen hätten und einem Ranger hätten Bescheid geben sollen. Pech gehabt! No risk no fun. Wie wahr. Nun müssen wir nur noch den Weg zur nächsten Bushaltestelle hinter uns bringen. Wie gerne wäre ich doch nun per Anhalter mitgefahren. Ich habe den Gedanken kaum ausgesprochen, da kommt bereits ein Geländewagen mit quietschenden Reifen neben uns zum stehen und ein freundlicher IMG_0246Panamenier fragt uns, ob wir mitfahren wollten. Im Nachhinein hatten wir mal wieder mehr Glück als Verstand (pausenlos auf dieser Reise), denn just in dem Moment, wo wir uns beim Fahrer des Geländewagens verabschieden, kommt auch schon der Bus mit hundert Sachen die Straße entlanggefegt. Von weitem hören wir bereits die tiefen Bässe, die aus dem Bus zu kommen scheinen. Einmal an Bord, hält uns die Situation in ihrem Bann. Raggae, Gemüse und Achterbahn. Ihr meint das passe nicht zusammen? Oh, doch, dann wart ihr wohl noch nicht in Panama! Normalerweise wird man beim Busfahren mir den IMG_0171süßen klängen lateinamerikanischer Trommelmusik betört, doch diese Busfahrt sollte anders werden. Der Busfahrer schien praktisch auf den Beat der Musik sein Fahrttempo anzupassen, so fuhren wir zuerst Schrittgeschwindigkeit, um dann mit einem Affenzahn die holprigen Landstraßen entlangzupreschen. Dann, urplötzlich, halten wir an und der Fahrer springt aus dem Wagen, um im Hochland Panamas drei Säcke Zwiebeln, Möhren und Kartoffeln zu kaufen. Dann geht es weiter. Jakob lobt anerkennend den aus dem Radio dröhnenden Dj, der mittlerer weile eine bunte Mischung aus Dubstep und Raggae auflegt. Mir tun die Ohren weh. Abends kommen wir todmüde zurück ins Hostel und kochen uns, aus Angst davor, wieder Burger essen zu müssen, einen urdeutschen Eintopf! Nun fragt ihr euch sicher, was denn jetzt die Quetzales sein sollen. Ich weiß es leider auch nicht. Vielleicht Vögel. Vielleicht auch nicht!

#2 Muchos Kaffos por favor!

Ich glaube mittlererweile, dass ich einfach an jedes deutsche Wort nur ein -as (weiblich) oder -os (männlich) anhängen muss, um es zu spanisieren. Das wäre dann kein Denglisch sondern beispielsweise Speutsch. Muchos Geldos, Kaffos oder eben Toastos. Einleuchtend, oder?

IMG_0359Überpünktlich, wie es sonst nur die Deutschen schaffen, holt uns morgens um acht Uhr Carlos ab, um uns seine Welt zu zeigen. Wieder packen wir unsere Taschen: Wasser, Sonnenbrille, Kamera und natürlich das Speutsch dürfen nicht fehlen. Und schon machen wir uns auf den Wegos. Die ersten Hinweise auf eine Kreuzung des spanischen und deutschen fanden sich übrigens schon vor einigen Jahren bei den „los Wochos“ bei Burgerking. Genug davon.

Ziel der heutigen Reise ist die Kaffeeplantage Ruiz, Panama ist zwar eines der kleinsten Exportländer für Kaffee weltweit, dafür gilt dieser aber als besonders nachhaltig und gut! Ein Kilo des berühmtesten Kaffees des Welt, des Geisha Kaffees, kostet rund achthundert Dollar und wird zum Beispiel in Panama produziert, und darauf ist Carlos spürbar stolz! Mit IMG_0373Recht! Mehrere Stunden lernen wir nun alles rund um die besten Kaffeebohnen der Welt und ihre Verarbeitung kennen. Aber auch rund um das Dorf Boquete, den Einfluss der reichen Einwanderer und das Schicksal der Einheimischen erfahren wir schockierende Wahrheiten! So, wie Tourismus leider überall auf der Welt die Einheimische Bevölkerung mit überteuerten Preisen und Luxus Hotelanlagen in die Enge treibt, passiert es nun nach Costa Rica auch in Panama. Zum Schluss dürfen wir den Kaffee dann auch endlich probieren!!! Es gibt jeweils eine Kostprobe der verschiedenen Rostarten. Light, medium oder dark roasted. Der Geschmack der Kaffebohne nimmt mit der Stärke der panama_RaphRöstung ab. Was wir als starken Kaffee verstehen ist also im Prinzip nur eine etwas mehr verbrannte Bohne. Den eigentlichen Geschmack der Kaffeebohne dagegen findet man eher in der light Röstung wieder. In Deutschland trinkt man in der Regel mittlere Röstung, in Italien dunkle und in Frankreich (wässriger Kaffee mit bitterem Abgang) fast verkohlte Bohnen! Interessant! Am Ende der Führung bekommt jeder eine Menge zum Nachdenken und eine kleine Kostprobe des Kaffees mit auf den Weg.

Am Nachmittag machen wir uns noch auf einen letzten Ausflug. Eine Wanderung zu einer heißen Quelle. Entlang an reißenden Flüssen, über wackelige Brücken und durch sumpfige Wege laufen wir mit der Foto 30.08.14 14 47 42Hoffnung, am Ende die Füße in ein wohlverdientes, heißes Quellbecken legen zu dürfen. Und das bei dreißig Grad Celsius. Olé. Bei den Quellen angelangt sind wir ein wenig enttäuscht, weil sich diese als ein poolgroßes Becken herausstellen. Wir nehmen unsere Ice Bucket Challenge auf, dabei geht es darum sich einen eiskalten Eimer Wasser imageüber den Kopf zu kippen, dabei Leute zu nominieren und im besten Falle noch Geld an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. Nunja, am Ende haben wir mal wieder mehr Glück als Verstand und werden von einem Einheimischen auf der Ladefläche seines Geländewagens mitgenommen. So fahren wir in den Sonnenuntergang und bestaunen am Horizont den von Wolken verschlungenen Vulkan Barú. Nächstes Ziel: Costa Rica! Bis bald.

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