Herzallerliebst.

“Panama”, sagte der kleine Bär, “ist unser Traumland, denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen. Nicht wahr, Tiger?”

Foto 18.09.14 20 12 19Nach vier Wochen Panama könnten wir dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären eine ganze Menge über Panama erzählen. Sei es von Bananen, Traumstränden oder den überaus rührseligen Bewohnern dieses kleinen Staates Mitten in Mittelamerika. Doch am Ende sind auch wir froh wieder zurück nach Hause zu fliegen. Guten Gewissens kann ich also dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären versichern. Zu Hause ist es immernoch am schönsten.

Nachdem wir Panama, Costa Rica und Nicaragua durchreist haben, kommen wir schließlich IMG_0860zurück zu dem Punkt, an dem alles seinen Anfang genommen hat. Panama Stadt! Oh Lala… Nun fühlen wir uns reif für diese Dreimillionenstadt. Und weil es uns dort so gut gefallen hat, kehren wir kurzerhand zurück zu Jamal in das Hostel “Spanish in the City”. Den halben Morgen verbringen wir vor der Türe, um niemanden zu wecken und hoffen darauf, die letzte Minute noch einen Platz zum schlafen zu bekommen. Glücklicherweise kann Jamal die Zimmerbelegung noch einmal zu unseren Gunsten drehen und wir dürfen die nächsten drei Nächte bleiben.

IMG_0882Noch geschafft von der Fahrt mit dem Nachtbus entschließen wir uns dazu die Altstadt noch am selben Tag zu besichtigen. Es reihen sich wunderschöne Kolonialbauten aneinander, teils restauriert, teils halb verfallen – doch vor allem wunderschön. Wir schlendern also über die Fußgängerzone und die alten Gassen bis zum Meer hinab und ich bringe Feli einige meiner Fototechniken bei. Übung macht den Meister. Besonders gut in Erinnerung ist uns wohl ein Mann geblieben, der über die Straße gelaufen kam und immerzu rief, er sei absolut zu Frieden mit dem Land IMG_0817und seinen Menschen. Nun Panama gilt nicht umsonst als eines der Länder mit den glücklichsten Menschen überhaupt. Da wundert uns gar nichts mehr. Zudem freue ich mich euch nun ganz formell zu eröffnen, dass wir den ersten Mülleimer Zentralamerikas entdeckt haben und nun endlich den angesammelten Müll von Wochen entsorgen können!

Am nächsten Morgen werden wir von zwei lebensfrohen Venezuelan zum Frühstück in unserem Hostel eingeladen bevor wir uns zu Fuß über den Fischmarkt auf den Weg in die Neustadt mit den vielen Hochhäusern IMG_0902machen. Jamal hatte uns bereits vorher von dieser Idee abgeraten, weil es außer einer Mall und hohen Häusern leider tatsächlich nichts zu sehen gibt. Dafür gibt es aber am Abend etwas zu Essen. Reichlich zu Essen! Feli und ich haben die anderen aus dem Hostel zum Abendessen eingeladen. Serviert wird der Hauseigene Eintopf alla Mimmo, den ich schon von kleinauf zu Hause lernte zu seiner vollendet veredelten Spitzenform zu bringen. Wie auch nicht anders zu erwarten sind alle hochbegeistert und es wird ein lustiger Abend mit allem was dazugehört.

Morgens müssen wir unsere Pläne den Kanal zu besichtigen leider verschieben, weil es in Strömen regnet. Bereits beim Blick aus dem Fenster IMG_0877möchte man sich am liebsten direkt wieder ins Bett legen. Und das machen wir dann auch erst einmal. Später am Mittag fahren wir dann erneut in die Altstadt, um noch diverse kleine Dinge einzukaufen, die wir mit nach Hause nehmen wollen. Immer wieder aufs Neue müssen wir uns das Grinsen verkneifen, wenn wir als Eheleute angesprochen werden. Doch es bleibt keine Zeit sich darüber auch nur im geringsten aufzuregen, weil die Bevölkerung herzallerliebst und herzzerreißend auf uns zukommt. Da wäre zum Beispiel dieser alte Mann, der beobachtet hatte, wie Feli sich kurzzeitig orientierungslos nach mir umschaute. Sobald sie mich wiederentdeckt hat, kommt eben dieser alte Mann lachend auf uns IMG_0873zugerannt und erzählt uns dass er sich schon sorgen gemacht hat. Und dies passiert mit solch einer Freundlichkeit, dass wir zuerst gar nicht wissen wie wir reagieren sollen. Ein anderer Mann gab sich spontan als Stadtführer zu erkennen, als er begann mir in seinem kleinen Souvenirlädchen anhand der Kühlschrankmagneten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Panamas zu erklären. Da ist das berühmte Bier Balboa, hier die Kuna Yala Trachten und das ist die berühmte Brücke blabla. Am Ende kaufe ich dann doch nichts, weil die Magneten einfach potthässlich sind – und zwar in der gesamten Stadt. Den Abend verbringe ich wieder mit Jamal und seiner venezolanischen Crew. Wir verstehen uns sehr gut, hören Musik und ich lade alle zu Besuch nach Deutschland ein!

Am nächsten Tag ist dann schon unser großer Tag gekommen und wir müssen unsere Abreise antreten. Ein wenig traurig sind wir schon, denn wir haben die Menschen in diesem Hostel in unser Herz genommen. Aber bekanntlich tut leider jeder Abschied weh, und wer IMG_0829weiß vielleicht sehen wir Panama ja schneller wieder als gedacht! Und wenn ihr euch jetzt erschrocken fragt, ob wir denn Panama verlassen wollten, ohne den Panama Kanal besichtigt zu haben, muss ich leider eingestehen: JA. Ja, wir sind Banausen, aber nach vier Wochen hatten wir dann doch nicht mehr die Muße alle Aktivitäten zu durchstehen. Am Ende ist es dann eben doch nur ein Kanal und ist es nicht viel wichtiger, die Menschen und das Land kennenzulernen? Und dabei eventuell sogar neue Freunde zu finden?! Mit dieser Frage schließe ich die Reise und freue mich schon auf viele Weitere, die kommen mögen. Wer auch immer unsere Abenteuer mitverfolgt hat … Danke fürs miterleben und ich hoffe, es hat euch gefallen! Adiós! <3

 

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