Zwiesel!

Skihütte bis Talhütte

Im Frühtau zu Berge wir ziehen, fallera…
Wir grüßen die Berge und die Höhn, fallera…
Wir sind hinausgegangen, den Sonnenschein zu fangen,
Komm mit und versuch es doch auch einmal…

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Nach dem schwierigen Auf- und Abstieg der Memminger Hütte erscheint der Aufstieg zur SONY DSCBraunschweiger Hütte, entlang an einem rauschenden Wasserfall, wie der wöchentliche Sonntagsspaziergang bei Mutti. Vielleicht ist es aber auch die imposante Schönheit des Weges, die ihn ach so leicht erscheinen lässt. Oben angekommen erstreckt sich vor unseren Augen eine wunderschöne Gletscherwelt – für einen Moment stockt uns der Atem. Doch bei aller Schönheit wird uns auch schon bald seine Vergänglichkeit umso augenscheinlicher bewusst. Durch das Gletschertor verliert der Gletscher jede Sekunde hunderte Liter Wasser und das bereits seit hundert Jahren mit steigender Tendenz. Wer sich hier nicht seines ökologischen Fußabdrucks bewusst wird, dem ist nicht mehr zu helfen.
SONY DSCAuf der Braunschweiger Hütte angekommen beziehen wir die Betten einiger Mitwanderer, die bereits auf der Skihütte aufgegeben haben, weil sie vermutlich Wasser aus einem dreckigen Fluss getrunken hatten. Glück für uns, denn die Braunschweiger Hütte ist mal wieder überbucht. Noch am selben Abend steige ich gemeinsam mit Feli hinab zum Gletscher, um diesen einmal aus der Nähe zu betrachten. Unsere Idee, einmal im Leben an einem Gletscher zu lecken, wollen wir sogleich realisieren. Abwechselnd schallen Felis Flüche und Freudenschreie durch die Luft. Nach dem durchaus lohnenden Gletscherspektakel nehmen wir noch ein Bad im eiskalten Gletschersee und gehen schon bald müde ins Bett.
Am nächsten Morgen stehen wir früh auf und erklimmen gemeinsam mit Simeon und Rebekka den weiteren Aufstieg des E5. Das heutige Ziel ist die Talhütte des Regenburger DAVs in Zwieselstein. UndSONY DSCwieder einmal bemerken wir erstaunt, dass es uns morgens, egal wie es uns am Vorabend erging, egal ob Rücken, Fuß oder Knieschmerzen, immer wieder super geht. Dennoch zieht sich der Abstieg nach Zwieselstein zäh wie ein Kaugummi unter den Fußsohlen. Da hilft es, ein wenig über den Ortsnamen Zwieselstein zu scherzen und schnell fungiert das Wort Zwiesel als lustige Ergänzung aller anderen Wörtern wie Zwieselstock, Zwieselwiese (Zwiese) oder verzwieselt und zugenäht. Bald erreichen wir die Talhütte und legen uns zu den restlichen Wanderern in die Sonne. Einfach mal liegen und sonst nichts tun. Gibt es etwas schöneres? Doch der aufkommende Zwieselsturm und die heranziehenden Gewitterwolken kündigen einen Wolkenbruch an. Schnell ziehen wir uns in die Stube zurück, trinken Tee und staunen über das Spektakel draußen, vor dem Fenster. Zwiesel!

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