Laos Tage 5 – 8 Freunde des laotischen Militärs!

IMG_7253„Sabaidi liebes 1live Team, wir sitzen Mitten im Laotischen Dschungel umzingelt von Malaria Mücken und können unser Glück kaum fassen … euch gibt’s auch hier. Wir schicken schwüle Tropengrüße in den Sektor!!! Raphael, Florian, Elias und Lukas“

Ob 1live unsere Grüße ausgestrahlt hat oder nicht, wissen wir leider nicht, aber wir hielten es für eine nette Idee! Und es gibt gute Neuigkeiten, im Vergleich zu unseren harten Dschungelbetten schlafen wir die IMG_7261folgende Nacht zurück im Hostel wie Babys im siebten Himmel, endlich. Wir entschließen uns noch einen weiteren Tag in Chiang Mai zu verweilen und die Stadt einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir beginnen mit den Tempeln Wat Chiengnam und Wat Phra Sing. Buddhistische Tempel sind in der Regel sehr schlicht gehalten, ein großer Raum mit vielen Wandgemälden, die Geschichten aus dem Lebens Buddhas erzählen, vorne ein Altar mit möglichst vielen Buddhastatuen in allen erdenklichen Größen, Farben und Formen. Und alles glitzert golden.

IMG_7355Der nächste Punkt auf unserer Tagesordnung ist der große Tagesmarkt, wir kaufen Chili und Tabak. Auf dem anschließenden Sonntagabend-Markt wollen Florian und Elias sich unbedingt den für jeden Touristen unabdingbaren Insekten-Snack kaufen. Dazu gehören gegrillte Heuschrecken, Maden und große Wasserkäfer. Nun der Anblick ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch wenn man erst einmal darauf kaut schmeckt das Meiste dieseIMG_7296s Ungeziefers wie Chips. Ich spucke die Snacks allerdings nachdem ich sie gekaut habe wieder aus, aus Angst allergisch auf sie reagieren zu können, weil ich Meeresfrüchte und Schalentiere nicht essen kann und keine Lust habe von meiner Adrenalin Spritze Gebrauch zu machen. Ein weiterer Punkt auf unserer To-Do-Liste ist natürlich auch eine berühmt, berüchtigte Thai Massage. Also finden wir uns wenig später in einem verruchten Massage Salon wieder. Eine Stunde fünf Euro. Ein wenig mulmig ist uns zumute, schließlich hat man ja schon diverse Geschichten von Massagen mit „Happy Endig“ gehört. Erst wäscht man uns die Füße, dann führt man uns in einen warmen, dunklen Hinterraum, unser Instinkt sagt uns Vorsicht, wo sind die Taschen? Unsere Neugier sagt LOS. Der Rest verläuft recht unspektakulär, am Ende habe ich das Gefühl, jemand hätte mich eine Stunde lang gestreichelt und das Öl klebt unangenehm am Körper. Diese Massage war ungefähr das Gegenteil von der türkischen, nach der man circa jeden Muskel spürt und wünscht nie geboren zu sein. Naja, wieder um eine Erfahrung reicher. Den Rest des Abends verbringen wir auf der THC Rooftop Bar, der Laden macht seinem Namen allerdings leider keine Ehre.

IMG_7353Am nächsten Morgen nehmen wir um halb acht in der Frühe ein Tuktuk bis zum Busbahnhof. Dieses ist wahrscheinlich zugelassen für drei Personen, wir sind mit unseren Rucksäcken circa sechs Leute aber das stört den Fahrer nicht, also hat es uns auch nicht zu stören. Geschwind schlängelt sich unser Tuktuk durch den Stau vorbei an Wolken von Abgasen und Frauen auf Motorrädern mit Sturmhauben. Hier wird morgens gefühlt jedes Kind mit dem Auto zur Schule gebracht. Am Busbahnhof angekommen, bekommen wir gerade noch den acht Uhr Bus nach Chiang Khong zur IMG_7314laotischen Grenze. Nach einer langen Busfahrt, bei der wir Wasser, Kekse und Achtung besonders wichtig: Natürlich Feuchttücher erhalten, überqueren wir auch schon mit einem kleinen Motorboot die Grenze nach Laos. Um ein Visum zu erhalten müssen wir mehrmals immer wieder dieselben Informationen auf diversen Zetteln ausfüllen, die dann schließlich von einem vierköpfigen Gremium in einem verruchten Raum geprüft werden. Der Raum sieht aus wie eine Pokerhölle und auf dem Computer-Display erhasche ich einen Blick auf ein bereits begonnenes Schach-Spiel.

IMG_7366Nachdem wir uns laotische Kip am Automaten abgeholt haben (Lukas GiroKarte funktioniert natürlich wieder nur an den Automaten, wo sie nicht ausgeschrieben ist) checken wir bei einer kleinen, fröhlichen Oma ein, die uns aufklärt, dass jeder hier nur für eine Nacht bleibe. Die Stadt bestehe nämlich nur aus einer Straße und das hier sei das Zentrum. Fein. Nachdem wir unsere Zimmer mit Baustellenblick bezogen haben suchen wir in der „Stadt“ nach einem Restaurant. Schnell finden wir eins und bestellen Verschiedenstes. Im Hintergrund mustern uns teilweise grimmig dreinblickende Männer des wie uns scheint laotischen Militärs. Sie scheinen etwas IMG_7377von uns zu wollen und winken Lukas herüber, dann bekommt jeder eine Zigarette, Bier und einen freundlichen Händedruck! Wir lachen viel und verstehen einander kaum. Aber einige Phrasen schreibe ich in mein Notizbuch, „Krop Tiaiilailai“ oder so heißt Danke und wir sagen es in den folgenden dreißig Minuten bestimmt zwanzig Mal. Die, wie sich herausstellt, Tourismuspolizei ist glücklich und wir freuen uns über solch gastfreundliche Menschen. IMG_7371Natürlich kam uns auch der Gedanke, sie wollten eventuell Lukas aufgrund seines roten Kopftuches für die laotische Armee anheuern und als Spitzel nach Deutschland entsenden, aber das wäre ja cool! Allerdings sieht die überwiegende Mehrheit der Männer eher wie grimmige laotische Freiheitskämpfer als wie Polizisten aus. Am Ende machen wir ein Abschiedsfoto, ich muss noch die Sterne auf den Schultern des betrunkenen Anführers bewundern und mit ihm ein Beerlao Exen. Prost! Immerhin können wir jetzt behaupten, wir hätten Freunde beim laotischen Militär!

Als wir schließlich loskommen, sind wir doch ganz froh nicht noch den restlichen Abend weiterzutrinken umIMG_7392 dann irgendwo im Dschungel mit einer Kalaschnikow, einer Uniform und dem Kater unseres Lebens wieder zu erwachen. Wir erklimmen eine steile Tempeltreppe bis wir auf einem Plateau mit wunderschöner Sicht auf den Mekong angelangen. Wir befinden uns mitten in einer buddhistischen Klosterschule. Vor uns das Schild: „Monk-Chat, come and talk with us about Buddhism, dont go away or we are disappointed“, gerade als wir gehen wollen kommt ein junger buddhistischer Lehrling und lächelt uns an. Er spricht gutes Englisch, kennt die Spieler deutscher Fußball Teams besser als ich und erzählt uns allerlei über die Klosterschule und ihre sechsundfünfzig Zöglinge. Am Ende spenden wir noch eine kleine Summe für ein neues „Monk-Chat“ Schild und alle gehen glücklich zurück ins Hostel. Vorher lassen wir uns jedoch noch vom Verkäufer des Ladens „Money-Sandwich“ (hier ist der Name Programm) noch „cheap, cheap, cheap and goooood“ Sandwiches für die am nächsten Tag anstehende Mekong Slow-Boat Fahrt Richtung Luang Prabang andrehen.

IMG_7411Am nächsten Morgen steigen wir gemeinsam mit circa zwanzig anderen deutschen und mindestens doppelt so viel Bier und Schnaps auf ein Slow-Boat und beginnen unsere sieben Stunden Fahrt bis zum Zwischenstopp Pakbeng den Mekong hinunter. Links und rechts der unendliche Dschungel und Nebel, über uns Gewitterwolken, unter uns der rote Mekong und überall um uns herum Bier trinkende und grölende Deutsche (einer sieht aus wie MC Fitti) und Engländer, dazu scheppernde Musik aus billig-Boxen. So romantisch hatten wir uns dieIMG_7430 Fahrt in unseren wildesten Träumen nicht vorgestellt. Als wir schließlich fix und fertig, schweißüberzogen und hungrig in Pakbeng ankamen wurden wir erst einmal von einer Horde Laoten überfallen, die uns alle das garantiert günstigste Angebot für die Nacht machen wollten. Wir entschieden uns freuten uns über den Zimmereigenen Gecko, der an unserer Zimmerdecke hing und die Malariamücken auffraß! Check Gecko! Nun ist wieder eine Nacht vergangen und wir befinden uns erneut auf einem Boot, heute sind alle müde und es regnet. In acht Stunden erreichen wir Luang Prabang und wir sind gespannt, was uns Laos noch bieten wird, nach den ersten Tagen! Eins steht fest wir lassen uns nicht unterkriegen, weder vom Militär, noch den Mücken oder dämlichen Touristen! Bis bald und feuchtfröhliche Grüße vom Mekong.

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4 thoughts on “Laos Tage 5 – 8 Freunde des laotischen Militärs!

  1. Dann müsst ihr mal ne lao-massage probieren! Da weder ihr nicht gestreichelt sondern verbogen und geschlagen 😀
    ich kann das chanthanome guest house für luang prabang empfehlen! Viel Spaß euch noch!

  2. Hallo Raphael,

    danke für den neuen Eintrag!
    Habe ihn gestern am Kaffeetisch bei der Einschulungsfeier von Lukas´ Schwester vorgelesen. Alle fanden Eure Abenteuer spannend und unterhaltsam, und haben Deinen Schreibstil gelobt! 🙂

    LG nach Laos,
    Thomas

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