Laos Tage 9 – 11 Die unergründlichen Wege der laotischen Tuktuk Fahrer

IMG_7516Der folgende Bericht hat mich sehr viel Aufwand gekostet, doch ich habe keine Zeit und vor allem Mühen gescheut, um euch weitere spannende Abenteuer aus Südostasien zu berichten. Wir sitzen mit dreizehn Leuten eng gequetscht, wie Öl-Sardinen, in einem Minibus sieben Stunden von Phonsavan entfernt und die Bodenwelllen, Kurven und Schlaglöcher treiben mich fast in den Wahnsinn, aber gut! Ich tippe gerne jedes Wort zweimal ab und korrigiere es anschließend dreimal! Nun denn….

Nach erneuten acht Stunden auf dem wunderbaren Bootmobil erreichen  wir endlich Luang IMG_7547Prabang, oder vielmehr die erste Touristenfalle der Weltkulturerbestadt. Anstatt wie gewohnt mit dem Boot auf dem  Mekong bis in das Stadtzentrum zu fahren, steuert man auf einen kleinen vorgelagerten Hafen an und muss anschließend nochmal ein Tuktuk in die Stadt nehmen! Aber was bleibt uns anderes übrig? Nachdem sich das günstige Hostel aus dem Reiseführer als zu teuer herausgestellt hat, nehmen wir das Hostel der uns bereits am Hafen ausgehändigten Visitenkarte. Die folgenden Nächte zahlen wir circa drei Euro pro Person und Nacht.

IMG_7567Am nächsten Morgen mieten wir uns Fahrräder und erkunden die Stadt und Gegend. Sich im laotischen Verkehr zu behaupten stellt selbst für mich als erfahrener Teilnehmer des italienischen Straßenverkehrs eine Herausforderung dar. Mein persönliches Highlight waren zwei Frauen und drei kleine Kinder auf einem Motorroller – machbar! Lukas und Elias fahren mit ihren Rädern in Richtung der Berge, während Flo und ich uns auf die Stadt und ihre Tempel beschränken.IMG_7521 Abends treffen wir uns alle wieder, um das supergünstige All you can eat Buffet auf dem Nightmarket zu finden. Veni, vidi, vici – wir kamen, sahen und aßen oder so ähnlich. Nach sieben Jahren Latein, weiß ich nicht einmal mehr, was die erste Person Plural von Essen sein könnte, schlimm! Nun das Buffet sieht großartig aus und wir schaufeln uns maßlose Berge der leckeren vegetarischen Kost auf unsere Teller. Am nächsten Tag werden fast alle mit glücklicherweise verhältnismäßig wenig Bauchweh bestraft.

IMG_7621So, jetzt muss ich erstmal eine kurze Pause machen, die Strecke ist nämlich kurvenreicher als gedacht und mir ist schon schlecht! So, besser, wo waren wir? Achja, Einen Tag später laufen Florian und ich die Hauptstraße herunter bis zum Zentrum, wir hatten gehört dort könne man günstig Tuktuks zu den Wasserfällen mieten. Elias und Lukas wollen sich Roller mieten. Die Straße ist gesäumt mit Tuktuks, die natürlich alle nur ein Ziel haben, die Waterfalls, natürlich. „Tuktuk?“, „You go waterfalls?“, „cheap price“, „I give you discount“ usw. Usf.. Ich war natürlich so schlau gewesen, eine Badehose anzuziehen, womit wir zur Zielgruppe aller Waterfall-Tuktuk IMG_7619–Fahrer Luang Prabangs deklariert wurden. Später im Zentrum haben wir unseren eigenen „Tuktuk-Auftragskiller“, der in unserem Sinne ahnungslose Touristen überfällt, um unser Tuktuk zu den Wasserfällen zu füllen. Schließlich nehmen wir dann doch ein anderes Tuktuk, weil wir keine besondere Lust verspüren, noch länger zu warten.

Am Wssserfall treffen wir natürlich diverse Leute unseres Party-Bootes wieder, die man in der Regel mindestens einmal am Tag irgendwo in der Stadt, sei es in einem Tempel, auf dem Markt, in einer Bar oder beim Bowlen wiedersieht. Ja richtig, es gibt eine Afterhour Bowlingbahn, wo Touristen auch noch nach der Sperrstunde weiter trinken können, auf diesen Spaß konnten wir getrost verzichten. Mühsam erklimmen wir IMG_7660den steilen, schlammigen Abhang bis zur Spitze barfuß, von wo wir aus, nur an ein Holgeländer gelehnt, mitten im Fluss stehend wenige Meter vor uns den gähnenden Abgrund und die herabstürzenden Fluten betrachten. Weiter unten stürzen wir uns schließlich in die Strömung und ich springe gemeinsam mit Japanern und Engländern von einem Baum ins Wasser. Auf den Boden kommt man, Adrenalin pur. Unser Tuktuk Fahrer hält auf dem Weg zu den Wasserfällen mehrmals an, um Zettel unterschreiben zu lassen, zu tanken oder einen Kanister, der in Florians Fußraum abgestellt ist am besten womit zu füllen? Natürlich mit Benzin! In der Regel sollte man auch vor jeder Fahrt einen Festpreis aushandeln, sonst kann es schonmal vorkommen, dass man am selben Kreisverkehr gleich viermal vorbeikommt. Die Wege des laotischen Tuktuk Fahrers sind unergründlich. Am Tag unserer Abreise aus Luang Prabang soll uns ein Minivan um Punkt acht Uhr vor dem Hostel abholen. Natürlich ist der Minivan ein Tuktuk und er kommt erst vierzig Minuten später. Bei der Fahrt bekommt man eine angenehme Prise Abgase ins Gesicht gewirbelt und muss sich unweigerlich vorstellen, der Auspuff sei direkt hinter der Fahrerkabine ungefähr in unserer Kopfhöhe angebracht.

Vom Busbahnhof geht es dann tatsächlich mit einem Minibus weiter nach Phonsavan. Wir haben jetzt IMG_7623ungefähr die Hälfte der Strecke hinter uns und sind noch keine hundert Meter geradeaus gefahren. Man stelle sich eine Achterbahnfahrt in ein bis zweitausend Metern Höhe direkt über dem Abgrund vor, nur eben ohne Sicherheit aber dafür doppeltes Übelkeitsrisiko. Selbst geschulte Fahrtenschläfer würden sich auf dieser Strecke die Zähne ausbeißen oder vielmehr ausschlagen. Schlafversuch #1: Ich versuche meinen Kopf links am Fenster anzulehnen, Linkskurve mit anschließender starker Rechtskurve, mein Kopf knallt gegen die Scheibe. Schlafversuch #2: Ich lehne den Kopf hinter mir an der Kopflehne an (immerhin besitze ich noch eine) und sobald ich den Kurven nichtmehr entgegenwirke, knalle ich entweder links gegen das Fenster oder rechts gegen Florian. Schlafversuch #3: Ich lehne den Kopf vorsichtig gegen die Rückenlehne meines Vordermannes und hoffe auf ein Kurvenfreies Stück Fahrbahn DANN Schlagloch und der Kopf knallt entweder gegen die Decke, den Sitz vor mir oder wieder das Fenster. Fazit: Wach bleiben, bloß nicht müde werden, denn sonst wird es unangenehm!

PS: Kein Ende in Sicht, wir sind gerade auf einer Bergspitze – vor uns weitere unzählige Serpentinen und einen undurchdringliche Regenwand!

5 thoughts on “Laos Tage 9 – 11 Die unergründlichen Wege der laotischen Tuktuk Fahrer

  1. Hallo Jungs, seid ihr alle gesund und munter? Beneidenswert eure Outfits! Wieviel Grad habt ihr so durchschnittlich am Tage? Bei uns warens heute 11 grad; der Herbst hat Einzug gehalten. Schön eure Route mitverfolgen zu können; danke für die Bloggerei Raffi ! Grüße aus Kürten an Eli und die anderen von Heide

    1. Hallo!!! Uns geht es allen gut, abundzu kleine Magenverstimmungen, aber noch lange nicht wie in Indien! In der Regel sind es hier um die 30 Grad mal mehr mal weniger und recht schwül ist es dabei…Danke für den Kommentar ich richte die Grüße aus! Viele Grüße 🙂

  2. Ey Mama ich scheiß im Strahl aber sonst gehts mir prima! Ich hab Raffi ein paar wichtige Instruktionen gegeben.. liebe grüße aus Thakhek

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