Haris Epaminonda, Daniel Gustav Kramer: „The End of Summer“

Gegenstand meiner reflexiven Arbeit im Seminar „Do it yourself – Documenta (13)“ ist Haris Epaminondas und Daniel Gustav Kramers Ausstellung  „The End of Summer“ im ZNL Haus auf dem Gelände des Kulturbahnhofs Kassel. Das Projekt besteht aus einem dreistöckigen Haus, dass ein labyrinthähnlich  angelegtes  Zimmersystem beinhaltet. Ausgestellt werden historische Gegenstände, wie Vasen, Bücher, Texte, Photographien, Filme und gerahmte Auszüge aus Bildern. Die von den Zypern stammende Künstlerin Haris Epaminonda lebt und arbeitet in Berlin.

Warum habe ich gerade die Sammlung von Werken genommen, um mein Projekt anzugehen?

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Diese Sammlung von Werken hat mich im Vergleich mit anderen Werken auf der Documenta relativ unbeeidruckt gelassen. Die schlichten Vasen und Bilder, die nur sporadisch  in dem Haus scheinbar wahllos verteilt sind, riefen in mir den spontanen Gedanken hervor: „Ist das Kunst? Und wenn das Kunst sein soll, kann ich das dann nicht auch?“ Geleitet von diesem Gedanken und aus Neugierde legte ich ein Eigenes Werk zu den bereits ausgestellten und betrachtete die Bildwirkung. Ich griff so in den vom Künstler gewählten Raum ein, veränderte und erweiterte ihn womöglich. Ichwählte die Aktdarstellung einer liegenden Frau, die absichtlich vollkommen aus dem vom Künstler gegebenen Rahmen fallen sollte. Mich interessierte dabei, ob es akzeptiert, kritisiert oder gelobt werden würde oder gar Verwirrung hervorrufen sollte. Die Reaktionen waren unterschiedlich, von einigen stillschweigend im vorbeigehen akzeptiert blieben andere einige Zeit vor diesem stehen und diskutierten sogar über seine Aussage. Als ich mein Werk dann schließlich wieder entfernen Wollte und in den von mir veränderten Kunstraum eingriff schauten mich die Menschen verärgert und entrüstet an, was mir zeigt,dass mein Werk letztlich doch akzeptiert worden war.

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Des Weiteren positionierte ich behelfsweise eine Kaffeetasse, die ich aus der Jugendherberge mitgebracht hatte an verschiedenen Orten des Hauses. Zur Umsetzungder eigentlichen Idee, eine den von der Künstlerin genutzten Vasen ähnliche Vase mit in die Ausstellung zu schmuggeln und fallenzulassen, um Verwirrung zu stiften und Reaktionen der Besucher festzuhalten, fehlte mir leider die Zeit. Dennoch war es möglich selbst mit der banalen Idee eine Kaffetasse in einem der Räume zu positionieren Verwirrung zu stiften. So diskutierten doch zwei Besucher darüber, ob diese Tasse wohl von jemandem vergessen worden war oder Teil des Kunstwerkes sein sollte. Sie kamen zu dem Schluss, sie sei vergessen worden, doch so wirklich sicher waren sie sich dabei nicht.
04-1Schließlich hat mir mein Projekt gezeigt, dass es ganz egal ist, was in einer Ausstellung ausgestellt wird, doch sobald es die Türen des Museums durchschreitet gilt es in den Augen der Allgemeinheit als Kunst . Auf diese Weise ist es möglich eine unscheinbare Kaffeetasse oder etwas anderes zu einem Gegenstand der Kunst zu deklarieren. Seit der Documenta lässt mich persönlich die Vorstellung nicht mehr los, in den Kunstraum einzugreifen und eigene Werke einzuschmuggeln, ähnlich, wie der englische Streetartist Banksy es getan hat. Mich interessieren die fließenden Grenzen von dem was Kunst ist, und dem was nicht zu ihr zählt, die Intervention in den Raum der Kunst und die Erweiterbarkeit von bereits bestehenden Kunstwerken anderer.
Banksy

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